Die Verleihung des ersten "Alma de l'Aigle-Preises" im Jahr 2013

Im Rahmen der Jahrestagung 2013 unserer Gesellschaft am 26./27.10.13 in Kassel verlieh unsere Gesellschaft erstmals den Alma de l'Aigle-Preis für Gartenkultur. Alma de l’Aigle vereint in idealer Weise Werte, die sich mit dem Begriff Gartenkultur verbinden. Die leidenschaftliche Gärtnerin, Rosenzüchterin, streitbare Reformpädagogin und Autorin Alma de l’Aigle (1889 -1959) unterstützte den Widerstand gegen Hitler, ihre Bücher wurden im "Dritten Reich" verbrannt. Als Alma de l'Aigles Hamburger Garten 30 Jahre nach ihrem Tod kurz vor der Vernichtung stand, war der Kampf um den Erhalt wenigstens eines Teils dieses historisch wertvollen Orts die Initialzündung

 zur Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V. - lesen Sie dazu gern mehr unter Gesellschaft/Geschichte. Die Rettung des Gartens wurde damals unterstützt von Loki Schmidt, vielen ehemaligen Schülerinnen und Freunden Alma de l’Aigles, aber auch von Entscheidungsträgern in der Politik. So gelang tatsächlich die Rettung eines Teilareals. 

 

Es ist unser Anliegen, mit dieser Auszeichnung besonderen Projekten und dem Engagement von Menschen Aufmerksamkeit zu verleihen, deren Wirken im Kontext Gartenkultur auf verschiedenste Weise einen bleibenden Wert für die Gesellschaft schafft.

  

Unser erster Preis ging an Ruth Zacharias. Ihr ist der Aufbau des Botanischen Blindengartens Radeberg rund um die Villa „Storchennest“, einer  Begegnungsstätte für blinde und taubblinde Menschen, zu verdanken. Dieses Projekt sucht heute in unserem Land seinesgleichen. Nach der Gründung im Jahr 1996 erlangte der Garten bereits 2002 den Rang eines Botanischen Blindengartens und ist damit einzigartig unter 141 Gärten im Verband Botanischer Gärten Deutschlands. Ruth Zacharias, selbst im Alter von 10 Jahren erblindet, hat eine Anlage geschaffen, die es auch nichtsehenden Menschen ermöglicht, selbstbestimmt mit den ihnen verbliebenen Sinnen den Garten zu genießen und zu erkunden. Sie entwickelte zunächst ein System, das die Besucher in die Lage versetzt, sich auch ohne sehende Begleitung im großen Gelände zurechtzufinden und erarbeitete sich in kurzer Zeit ein außerordentliches botanisches Fachwissen. Besonders ihre Kenntnisse über die für Nichtsehende so wichtigen Duftpflanzen sind ausgezeichnet. Kontakte zu vielen Fachleuten, dem Botanischen Garten Dresden und der Internationalen Gesellschaft für Gartentherapie wurden von ihr geknüpft. 

 

Ruth Zacharias gelang es, ausgehend von 5.600 qm im Eröffnungsjahr, auf mittlerweile über 22.000 qm Fläche Gartenkultur für Nichtsehende zu schaffen. Tatkräftig und professionell führt sie Regie und treibt die Weiterentwicklung des Botanischen Gartens voran. Sie vermag es, mit ihrem Fachwissen, ihrer Persönlichkeit und aus eigenem Erleben neue Potentiale der Gartenkultur für Nichtsehende zu erschließen und ihnen gesellschaftliche Anerkennung zu verschaffen. Dafür wurde sie von unserer Gesellschaft geehrt.

Diese Ehrung ist nicht die erste, die sie erhielt. Für ihr Lebenswerk, den heute über 50 Jahre währenden Einsatz für blinde und taubblinde Menschen, ihnen seelsorgerisch als deren Pfarrerin und praktisch durch den Aufbau eines wirkungsvoll unterstützenden Betreuungsnetzes zur Seite zu stehen, erhielt sie neben vielen anderen Auszeichnungen auch das Bundesverdienstkreuz.

Ruth Zacharias nahm den mit 2.500 € dotierten Preis im Rahmen einer Feierstunde mit vielen Ehrengästen und Weggefährten persönlich entgegen.

 

Impressionen

Jahrestagung 2016 in Berlin

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