Vortrag am 27. April 2017

„Neue Gärten braucht das Land“ - so oder ähnlich könnte das Resümee unserer letzten Veranstaltung lauten, mit der wir inhaltliches Neuland betreten haben, handelt es sich dabei doch um einen eher soziokulturellen Aspekt der Gartenkultur.

Urban Gardening, ein von den Mega-Metropolen wie New York, London und Berlin ausgehender Garten-Trend hat zwischenzeitlich längst auch die weniger großen Metropolen wie München, Hamburg und Leipzig erreicht.  Und auch Menschen in kleineren Städten sind mittlerweile auf diese Art von Garten-Geschmack gekommen; auf allen möglichen, bisher brachliegenden Flächen und Arealen wird - vor allen Dingen von einer neuen, jungen Garten-Generation - gemeinsam gegärtnert, gesät, geerntet und last but not least gemeinsam genossen.

Offensichtlich formiert sich hier ein ganz neues, gartenbezogenes Lebensgefühl. Die Akteure genießen einfach auf spielerische Weise das gemeinschaftliche Gärtnern und die gemeinschaftlichen Gärten. Gut so, kann man da nur sagen, je mehr Menschen



Die Galanthophilen (frei übersetzt: Schneeglöckchen-Nerds) der Gartengesellschaft verbrachten einen wunderbaren Nachmittag im Wernerschen Schneeglöckchengarten und konnten stilecht bei Scones, Clotted Cream und Lemoncake über diese sehr besondere Pflanzengruppe staunen und fachsimpeln.

Doris verstand es unnachahmlich, uns die vielen Facetten der Schneeglöckchen-Leidenschaft zu vermitteln, angefangen bei den botanischen Grundbegriffen der weitverzweigten Familie Galanthus (Schneeglöckchen) über die Darstellung ihrer – fast – weltweiten Verbreitungsgebiete bis hin zu den verschiedenen Bereichen der „angewandten Galanthophilie“.

In diesem Zusammenhang lernten wir vieles über Schneeglöckchen-Messen, Tausch-Börsen, Schneeglöckchen-Reisen, Schneeglöckchen-Fanatiker, die um jedes Zwiebelchen mit Brachialgewalt kämpfen, über Schneeglöckchen-Zwiebeln, die



Fast  70 Besucher (das war Rekord für uns) waren gekommen, um sich von dieser  kompetenten Referentin in die  höfischen Garten-Welten europäischer  Adelshäuser entführen zu lassen.

Wir lernten, was es bedeutete, Hofgärtner zu werden, welche lebenslange Berufung damit verbunden war und wie diese Berufung dann sogar innerhalb der Gärtner-Familien  - quasi dynastisch – weitergegeben wurde. Die Hochachtung von uns Zuhörern vor diesem äußerst respektablen Berufsstand wuchs im Laufe des Abends immer mehr.

Und was für eine Garten-Pracht wurde da vor uns aufgeblättert, welche Denkmäler europäischer Gartenkultur wurden geschaffen in dieser Epoche.



Unsere Oktober-Exkursion begann am Morgen des 14. Otkober mit einem Besuch in einer der größten Staudengärtnereien Deutschlands,  bei Dieter Gaißmayer in Illertissen. In dieser nach biologischen Grundsätzen (Bioland-Siegel) geführten Gärtnerei werden mittlerweile über 3.000 Arten und Sorten kultiviert, besonderes Augenmerk wird dabei auf höchste Qualität und Sortenreinheit gelegt.

Das digitale Zeitalter ist auch in diesem Betrieb natürlich längst angekommen, der Online-Shop und die logistisch perfekte Versand-Abteilung haben einen hohen Anteil am Umsatz. Gaissmayer beschäftigt ca. 40 Mitarbeiter, um das gewaltige Arbeitspensum erfüllen und seine hohen Qualitäts-Standards einhalten zu können.

Der Chef (auch er ist seit langem Mitglied der Gartengesellschaft) ließ es sich nicht nehmen,