6. Mai 2018, 15.00 bis 17.30 Uhr

Thema: „Sag mir wo die Blumen sind. Vom Sinn und Unsinn der Splitt-­ und Schottergärten.“

Vortrag unseres Mitglieds Karla Krieger

„... Diese so genannten „Kiesgärten“ sind nichts anderes als gestalterische „Unorte“! So dürfen und müssen sie bezeichnet werden. Sie stellen eine Herausforderung dar für alle, die sich ernsthaft mit der Planung, Gestaltung und Pflege von Gärten und öffentlichem Raum beschäftigen. Dieser Artikel möchte dazu aufrufen, diesem Phänomen aktiv zu begegnen.

Tatort Vorgarten: „Ein 'Kiesgarten' der hier gemeinten Art ist keine Frage des individuellen Geschmacks, sondern eine aktive Verunstaltung des öffentlichen Raumes. Dank der mangelnden Sensibilität weniger müssen viele unter diesen gestalterischen Entgleisungen leiden. Der Vorgarten als

Visitenkarte des Hauses! - Welches Licht wirft ein solcher Garten auf seine Bewohner? Welch lebensfeindliche Haltung kommt hier zu Tage? Wem überlassen wir hier das Feld der gärtnerischen Planung und den wirtschaftlichen Vorteil daraus? Was ist schief gelaufen, dass solche Gärten in solchem Umfang angelegt werden? ...“

Für diesen Artikel in der Fachzeitschrift „Neue Landschaft“ hat Karla Krieger gerade den 1. Preis beim Journalistenwettbewerb des BGL gewonnen. Wir gratulieren ganz herzlich! Unkostenbeitrag für den Vortrag wird noch bekanntgegeben.

Vorher trifft sich wer mag um 13.30 Uhr am Gartenhaus Dingerkus, Brandstorstraße gegenüber Haus Nr. 15, 45239 Essen-Werden. Der denkmalgeschütze Garten mit seinen heute rund 400 qm hat der Garten nur noch etwa zehn Prozent seiner ursprünglichen Größe. Er wurde 1994 ebenfalls unter Denkmalschutz gestellt. Aber wie hat ein Garten zum Ende des 18. Jahrhunderts ausgesehen? Es ist zu vermuten, dass er sowohl Elemente des barocken und des englischen Landschaftsgartens enthält. Kein Lust- und Flaniergarten sondern ein Haus- und Familiengarten. Mit einem Zentralgebäude, ausgerichtet auf die Ruhr und das Ruhrufer (Sichtachse). Aus der „Belle Etage“ genießt man beim „Schälgen Thee oder Kaffee“ (einer Portion Tee oder Kaffee) den herrlichen Blick auf die Landschaft und das Ruhrtal sowie die vorbeifahrenden Ruhraaken.

Der Garten dient neben der Erholung und Entspannung dem Anbau von Obst und Gemüse. Dicke Bohnen, Sommerkappes (Weißkohl) und später wohl auch die Kartoffel, die zu dieser Zeit Einzug ins Werdener Land hält, werden angebaut. Pläne oder Dokumente gibt es leider nicht mehr. Aber wie hat der Garten wohl ausgesehen? Aus Beschreibungen der Familie können wir uns folgende Situation vorstellen: Von Blumenkübeln gesäumte Wege, Streuobstwiesen und kleine Beete mit Blumen bzw. Beerensträuchern. Eine Idylle in einer sich permanent verändernden Welt aus den Einflüssen der französischen Revolution. Auch ein Rückzugsort für die Familie Dingerkus und ihre Freunde in Werden an der Ruhr.

Ursprünglich hatte der „Obsthof“ vor den Toren der Stadt eine Größe von rd. 4.000 m²; heute sind noch rd. 400 m² erhalten. Der Freundeskreis hat sich vorgenommen, Elemente des alten Gartens wieder aufzunehmen. Die erste Ernte von Dicken Bohnen im Sommer 2011 war erfolgreich.

Denkmalgeschütztes, historisches Kleinod aus dem Spätbarock mit Garten nach altem Vorbild. Kaffee und selbstgebackener Kuchen gegen Spende.

Anschließend machen wir gemeinsam einen kurzen Spaziergang entlang der Ruhr zum Bürgermeisterhaus, in dem der Vortrag stattfindet.

Ort: Bürgermeisterhaus, Heckstr. 105, 45239 Essen­-Werden, 15.00 Uhr

Anmeldung: Verbindliche Anmeldungen bitte bis zum 27. April an Ursel Borstell, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!