Liebe Gartenfreunde,

der Gartenkunst in der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts galt unsere Exkursion im Mai, auf der wir Gartenanlagen des Lübecker Gartenplaners Harry Maasz besuchten. Im Juni nehmen wir im Zweig Schleswig-Holstein das Thema „Gutsgärten“ wieder auf und betrachten es auf einer Gütertour am Westensee an Hand dreier Herrenhäuser. Unser erstes Ziel ist das Gut Bossee, es folgen Emkendorf und die Anlage in Schierensee.

Wir treffen uns am

Sonnabend, 23. Juni, 11 Uhr
Gut Bossee 3, 24259 Westensee

Gut Bossee, das seinen Ursprung im späten Mittelalter hat, liegt In der Endmoränenlandschaft des Naturparks Westensee 1824 erwarb die Familie von Bülow das Gut und bewirtschaftet es noch heute.

Emkendorf ist unser zweites Ziel im Rahmen der Gütertour. Dass Emkendorf das „Weimar des Nordens“ gewesen sei, ist sicher übertrieben, aber der „Emkendorfer Kreis“, der sich im späten 18./frühen 19. Jahrhundert um Julia Reventlow (1763-1816) dort sammelte, sah eine schwärmerisch-romantische Gesellschaft von Schriftstellern, bildenden Künstler, Wissenschaftlern, zu denen auch französische Emigranten zählten, die vor den Folgen der Französischen Revolution geflohen waren. Fritz Graf Reventlow (1755-1828) erbte das Gut 1783 und begann,

auch gestützt auf den immensen Reichtum seines Schwiegervaters, des dänischen Schatzmeisters Heinrich Graf Schimmelmann, mit der Umgestaltung. Das hohe kulturelle Bewusstsein des Emkendorfer Kreises fand seinen Niederschlag in einem aufwendigen Ausstattungsprogramm der Innenräume im frühklassizistischen Stil, die sich an die Arbeiten der Brüder Adam in englischen Landhäusern und an die Ausgestaltung des Wörlitzer Schlosses anlehnen. Wörlitz hatte Graf Reventlows zusammen mit seinem Emkendorfer Architekten Carl Gottlob Horn (1734-1807) besucht.

Die ursprünglich barocke Gartenanlage gestaltete Horn zu einem „Musterbeispiel aus der Übergangszeit zwischen spätem Rokoko und empfindsamen Landschaftsgarten, indem er Charakteristiken beider Stilformen harmonisch miteinander“ verband. (Karl Pörksen in Adrian von Buttler, Margita Marion Meyer, Historische Gärten in Schleswig-Holstein)

Im historischen Ambiente legen wir unserer Kaffeepause ein.

Das Kulturdenkmal Gut Schierensee gehört der Günther Fielmann Stiftung, die das Erbe des kaiserlich-russischen Staatsminister und geheimen Rats Caspar von Saldern pflegt. Das klassizistische Gutshaus wurde von 1776-1782 errichtet und ist von einem Landschaftspark umgeben. Mit dem abseits des Hauses gelegenen Eremitagegarten Heeschenberg entstand ein in Schleswig-Holstein einmaliges Gartenkunstwerk.

Gäste sind herzlich willkommen und zahlen EUR 5.-.

Anmeldungen bitte bis zum 20. Juni unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Impressionen

glück des daseins

hummeltaumel
warmen tages
frühjahr
summend gärtnerlust

warme beete
laubbegraben
stilles treiben
amsel sucht

glöckchen, heide
winterlinge
helleborus
osterschub

lichte labe
sinnentränke
glück der stunde
bleib und rinne!


Leonhard Ehlen 04.03.2017