Bei dieser Veranstaltung am 15.02.2020 nahm uns Herr Prof. Dr. Wyss mit, in den Mikrokosmos des Apfelbaums. Die Aufnahmen entstanden zwar alle im Labor, trotzdem hatte man das Gefühl mitten in der Rinde, Blüten oder auch auf den Blättern des Apfelbaums zu sitzen und dem großen Fressen, Schlüpfen und auch Sterben der kleinen Baumbewohner direkt von Angesicht zu Angesicht zuzusehen. Ebenfalls durften wir wie in einer Peepshow Zeuge der Fortpflanzung werden. So nah sind wir diesen kleinen Bewohnern noch nie gekommen und ich sehe jetzt die vertrockneten Blüten oder auch Fraßschäden an den Blättern mit ganz anderen Augen.

Alle Vorgänge wurden von Herrn Professor Wyss charmant und nicht ohne Humor Live kommentiert.

mord im apfelbaum 1

Angefangen hat der Film mit dem Schlüpfen von Blattläusen und Apfelblattsaugern. Diese kleinen Tierchen fangen gleich nach dem Schlüpfen mit dem Fressen an. Die dabei aufgenommene Flüssigkeit wird als Honigtau ausgeschieden. Um nicht in dieser klebrigen Masse hängenzubleiben, werden die Tropfen weit weggeschleudert. Dieses ist auch im Frühjahr die klebrige Masse auf unter Bäumen geparkten Autos. Trotzdem passiert es, dass die Läuse, wenn es sich um große Populationen handelt, in den Tropfen hängenbleiben. Dann erwartet sie ein grausamer Tod.

Es war auch immer ein Fressen und gefressen werden, da die Feinde dieser Tierchen ebenfalls ihren Hunger stillen müssen. Dazu gehören neben Wanzen auch die unterschiedlichen Marienkäferarten und Spinnen.

mord im apfelbaum 2

Danach wurden uns Raupen und Käfer gezeigt, die den Apfelbaum als Nahrungsquelle ausbeuten. Faszinierend war der Apfelblütenstecher. Ein Rüsselkäfer, der mit seinem langen Rüssel in die Blüten sticht um an die Pollen zu kommen. Auch zur Eiablage wird mit dem Rüssel ein Tunnel gestochen um die Eier direkt an den Pollen abzulegen. So kann die Larve ihren Hunger stillen und wachsen, wenn da nicht eine Schlupfwespe wäre, die die dicke fette Larve als Mahl für ihre Larven ausgesucht hätte. Die Eiablage erfolgt an der Larve des Apfelblütenstechers und somit ist diese zum Tode verurteilt. Auch der Schlangenminiermotte ergeht es nicht anders. Um sich zu Verpuppen wird eine Art Hängematte mit Längs- und Querfäden gesponnen. Bei dem Bau dieser Hängematte hatten wir einen Logenplatz, um der genialen Architektin beim Spinnen zuzusehen. Nach getaner Arbeit wollte die Larve in ihren Bau einziehen, wenn da nicht eine auf diese Art spezialisierte Schlupfwespe gewesen wäre, die meinte schnell noch ihre eigene Larve ebenfalls dort abzulegen. Somit ist die Larve der Schlangenminiermotte zum Tode verurteilt.

Nach 3 Zugabefilmchen haben wir uns Kaffee und selbstgebackenen Kuchen schmecken lassen bevor unsere Mitgliederversammlung begann.