blumenzwiebeln pflanzen gg hhDie beiden Gelegenheiten, die ich hatte, um an der Pflanzaktion auf dem Schulhof teilzunehmen, rufen in meiner Erinnerung bunte Bilder von lebhaften, fröhlichen Kindern zwischen 8 und 10 Jahren hervor.

Alle 45 Minuten kam eine andere Klasse aus dem Unterricht auf den Schulhof gelaufen. Aufmerksam hörten sie Birgit Treuten, der Gärtnerin die das Projekt leitet zu, wenn sie den Kindern erklärte welche Blumen im Frühjahr aus den Zwiebeln wachsen würden und wie genau diese jetzt gepflanzt werden müssten. Danach ging es, in kleinen Gruppen, mit einem Erwachsenen als

„Aufpasser“ und den jeweiligen Zwiebeln, zu dem Abschnitt auf dem Schulhof den Frau Treuten dafür vorgesehen hatte. Voller Begeisterung, mit der Pflanzschaufel in der Hand, wollte jeder der Erste sein, der eine Zwiebel in die Erde buddeln konnte. Zwischendurch erzählten sie mir von ihren Erfahrungen aus dem Garten oder vom Balkon. Meistens war es die Oma die einen Garten hatte, in dem die Kinder arbeiteten durften und von der sie ihr Wissen hatten.

Während ich auf dem Weg nach Hause war, über die Begeisterung und Freude der Kinder beim Pflanzen nachdachte, fiel mir etwas ein:

Wenn ich in dem Beet unserer Gesellschaft an der Hallerstraße gärtnere, sind es überwiegend ältere Frauen die stehen bleiben, mir sagen wie sehr sie sich über das Beet freuen und sich für die Pflege bedanken. Gibt es zwischen den „Omas“ und den Kindern einen Zusammenhang?

Monika Helmbock

Weitere Einblicke über das Projekt: https://gtsstern.hamburg.de/start/miteinander/schulhof/



corna gardening 3Es war wenige Tage vor dem Lockdown am 23. März 2020, es war in diesem schönen Frühjahr des Jahres 2020, in dem die Sonne eisig schien. Es war Corona. In Bergamo krochen wie verstummt wirkende Militärlasterkolonnen mit Särgen beladen aus der Stadt. Was würde passieren? Bei uns, in Berlin? Würden wir, wie die Chinesen, in unseren Häusern eingesperrt werden, für endlose Wochen?

Die Menschen kauften XXL-Packungen Toilettenpapier, als könnten die wie Sandsäcke die Fluten des Übels abwehren. Ich hatte kleine Lager von Tomatenkonserven angelegt, dazu hübsche Pasta-Modelle, Muscheln und Zwirbel und Kreisel, und, wie die New York Times empfahl, mein Lieblingsbrot in Vierteln eingefroren, dazu Himbeeren und Blaubeeren. Für den Trost zwischendurch war ein Stapel Schokoladen versteckt worden, als Alternative eine Flasche Gin mit einer interessanten orientalischen Geschmacksnote. Lockdown ahoi!

Und nun? Begann ich, den kleinen Hof hinter dem Haus zu bepflanzen.



schild garten gesellschaft hhIm vergangenen Jahr hat das von der Gartengesellschaft in Hamburg angelegte und gepflegte Beet vor der U-Bahnstation “Hallerstraße” seinen 15. Geburtstag gefeiert. Zu diesem kleinen Jubiläum wünschte sich das Beet ein schlichtes Schild auf dem seine Patin, die Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur, genannt wird. Inzwischen ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen. Wenn nicht gerade wieder ein Fahrrad davor abgestellt ist, strahlt die hübsche Gartengesellschafts-Blume auf ihrem typisch blauen Grund den Passanten entgegen, und wer neugierig ist, zückt sein Handy und gelangt über den QR-Code auf die Website der Gartengesellschaft.

Wir hatten berichtet, dass das Beet durch Straßen-Umbauarbeiten um 20 Quadratmeter gewachsen ist. Wie angekündigt wurden weitere “Schneewittchen”-Rosen gepflanzt und die Zwischenräume mit neuer Katzenminze ausgefüllt. Doch die erwartete Blütenpracht blieb leider aus. Warum? Das Gartenamt hatte so grottenschlechten Boden in den ein Meter breiten Erweiterungsstreifen geschüttet, dass die Pflanzen streikten und das durch mickrigen Wuchs signalisierten. Jetzt haben wir säckeweise Blumenerde eingearbeitet und hoffen aufs nächste Jahr.



Traumreise: RivieraIm Juni war ich weg. Gartenreise, fast noch im Lockdown, also vor Aufhebung der Reisebeschränkungen. Wohin? Eigentlich wollte ich ja nach Holland. Ich mag gar nicht daran denken. Die Vorfreude, die Erwartung, seit Monaten der Termin im Kalender, fest umkringelt die Jahresreise 2020 der Gartengesellschaft. Reisezeit: eben Juni. Es kam dann aber – der, dessen Namen wir hier nicht schon wieder erwähnen wollen, den wir seit Monaten im Munde führen, zwanghaft denken, nennen, wiederholen, immer und immer Mister Corona, Corona, Corona! Hupps, schon wieder.

Also Flucht. An die Riviera! Es war ganz einfach. Sogar als alle Jets noch am Boden waren - um abzuheben, muss man ja nicht in eine dieser Büchsen klettern, sich im Aerosol-Riesel anschnallen, wie es jetzt schon wieder üblich geworden ist, es reicht, sich zu Hause zurücklegen. Augen zu und up and away. Man kann auch ohne Kondensstreifen die herrlichsten Gärten erreichen, im Geiste. Also vor allem die Gärten, in denen man schon mal war. Es zeigte sich, mitten in der Krise, dass Gartenreisen, die man schon gemacht hat, sich doppelt auszahlen, einmal, weil man eben dort war und dann, weil man sich immer wieder an sie erinnern kann. Vor einem Jahr war ich mit den Gartenfreunden an der Riviera, übrigens die erste Reisegemeinschaftsproduktion von Monika Helmbock und Riekje Weber, brillant gelungen, und konnte mich jetzt zurückbeamen, an diese schönste der Küsten, nach Nizza, in die Bucht der Engel. Einziger Nachteil: Man verpasst die wunderbaren Hotels!



Seite 1 von 2