20 Jahre

Kartoffeln, Kohl, Bohnen und Rettiche – diese Pflanzen sind für unsere Gesellschaft, deren Anliegen die Gartenkultur ist, nicht gerade naheliegend. Wir bewundern die Kunst, Parks zu gestalten und sind entzückt von einer perfekt angelegten Blumenrabatte. Und wo bleibt das Gemüse? In historischen Anlagen wurde der Küchengarten meist in den hinteren Teilen, hinter Hecken und Mauern versteckt. Viele Parks haben ihn aufgeben. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass selbst solch überwältigend schönen Potagers wie der Küchengarten des Königs in Versailles von den Reiseführern kaum erwähnt werden. 



20 JahreDie Gesellschaft ist in den besten Jahren - zwanzig Jahre! Ein guter Grund, diesem Jubiläum das Heft zu widmen. Und wir haben allen Grund zu feiern: Zuversichtlich können wir in die Zukunft sehen, jung und voller Energie. Für die Gesellschaft ist das keine Zeit, für den Menschen aber eine lange Wegstrecke. Anke Kuhbier hat diesen Weg von Beginn an mit Herz und Verstand, engagiert und inspirierend begleitet. In ihrem Artikel beschreibt sie die ersten Jahre, um daran zu erinnern, welche Motivation zur Gründung der Gesellschaft führte:  Die Liebe um die Gartenkunst, die Leidenschaft der Gärtnerin. Der Funke ist bis heute auf andere Mitglieder übergesprungen, die ehrenamtlich, neben Beruf und Familie (und ihrer Gartenarbeit) für das Wohl und Wachsen der Gesellschaft arbeiteten und arbeiten. Auch das blätterrauschen würde ohne das ehrenamtliche Engagement der Redaktion die Postkästen der Mitglieder nicht erreichen.



SpieleDer Mensch “ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, befand Friedrich Schiller. Doch viele Jahrhunderte lang war es den normalen Stadtbürgern nicht gestattet, in der Öffentlichkeit zu spielen. Die höfischen Anlagen wurden zwar kurzzeitig für das Volk geöffnet – aber nur um dort gesittet spazieren zu gehen. Die Spiele im Garten, die fröhlichen und sinnlichen, die heiligen für die Götter und die profanen für die Potentaten, waren Jahrtausende einer bestimmten Elite vorbehalten.



Schnitt„Axt und Säge“, so der berühmte Ausspruch des grünen Fürsten, Hermann Fürst von Pückler-Muskau, seien das „wichtigste Werkzeug des Landschaftsgärtners“. „Schnitt“, so das Schwerpunktthema im blätterrauschen (Nr. 37), beschäftigt sich mit der Schnittkultur – eines der ersten Schritte zur Kultivierung der Wildnis und bis heute ein wesentlicher Bestandteil jeder Gartenkultur. Das Zurechtstutzen der Natur, ihre Beherrschung und Gestaltung entspricht unserem Weltbild.



Hefte

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