DekorationPflanzen allein waren nie genug: In allen Kulturen und zu allen Zeiten wurden die Gärten dekoriert, in jeder Epoche unterschiedlich ausgeschmückt: Statuen wurden geraubt und massenhaft kopiert, Amphoren und Säulen im „Antikguss“ hergestellt, Bauwerke en miniature aufgebaut. Alles hatte einst eine Bedeutung, die der wissende Betrachter einordnen konnte und jede Figur vermittelte eine Botschaft. Wird sie heute noch verstanden? 



WegeKein Garten ohne Wege. Sie sind die stummen Führer unseres Sehens und Gehens. Sie strukturieren jeden Garten und selbst in Anlagen, die den Menschen einladen, über den Rasen zu laufen, wird der Blick von einer durchdachten Komposition der Bepflanzung gelenkt. Ein Weg ist viel mehr als eine funktionale Erschließung des Raumes: Er inszeniert den Raum, Unscheinbares wird zu einer Sehenswürdigkeit, Besonderheiten werden überraschend dargeboten.



Kultur? Kultur!Was  verstehen wir unter Gartenkultur? Einen gepflegter Rasen, eine Auswahl besonderer Blumen, einen alten Baum und einen Gartenteich? Sind es die großen kunstvollen Anlagen der vergangenen Jahrhunderte, deren epochale Gestaltung über jeden Zweifel  steht? Und was ist mit den vielen kleinen Privatgärten? Dem öffentlichen Grün? Was sagen wir zum Spiel mit Form und Materialien der modernen Anlagen?

 

Gartenkultur ist, dem Wortsinn nach, erst einmal alles, was der Mensch auf einem abgegrenzten Stück Land tut. Er kann Gemüse anbauen, Thujahecken pflanzen oder unter einer Silbertanne eine Kolonie von Gartenzwergen gruppieren. 



20 JahreGutsgärten sind eine ganz eigene Gartenkultur, die sich fast nur im Norden Deutschlands finden lässt – historisch aus der Erbregelung gewachsen, die eine Teilung des Besitzes nicht zuließ. Formal lassen sich die Gärten nicht von den jeweiligen Gartenformen ihrer Entstehungszeit unterscheiden: Die Gutsbesitzer orientierten sich an den Zeitgeist. Und je nachdem, ob sich der Gutsbesitzer mehr als „Fürst“ oder mehr als „Bauer“ verstand, hat er seinen Garten mehr oder weniger prächtig ausgestattet. Zum Beispiel wurde einer der ältesten Gärten in Schleswig-Holstein (Wensin), der noch heute teilweise erhalten ist, von den v. Brockdorffs in der typischen Gartenform erstellt, die den Übergang von der Renaissance zum Barock kennzeichnet. 



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