Blaetterrauschen Nr 59 Lebensraum Blick ins HeftLiebe Gartenfreundinnen, liebe Gartenfreunde,

Von der bekannten Schauspielerin Audrey Hepburn stammt der Satz: „Einen Garten anzulegen, heißt, an ein Morgen zu glauben“. Ein Satz, den alle nachvollziehen können, die mit Leidenschaft gärtnern. Für viele Menschen ist der Garten weit mehr als ein Ort, um „nur“ Stauden zu pflanzen, Obst zu ernten oder Rosen zu züchten. Der Garten ist weit mehr als ein Ort, an sich dem Schreibtischtäter am Ende eines langen Arbeitstages etwas Bewegung verschaffen. Der Garten ist ein Lebensraum, wie ein Blick in die aktuelle Ausgabe des Blätterrauschen eindrucksvoll zeigt. Diesem ganz besonderen Gefühl des Lebens im und mit dem Garten unsere Autorinnen und Autoren mit großer Begeisterung und aus unterschiedlichsten Perspektiven nachgespürt.

Einen ganz besonderen Mitgliedergarten, der in schwierigen politischen Zeiten begonnen wurde und sich Stück für Stück mit dem Wandel der persönlichen Umstände seiner Besitzer verändert hat, stellt uns Angelika Traub vor. Gartengestalterin Petra Pelz gibt uns einen Einblick in eine ganz andere Art von Garten, der im intensiven Austausch seiner Besitzer mit Planern, Gartengestaltern und Architekten neu entstanden ist und für sie heute Mittelpunkt ihres Lebens ist. Zwei völlig unterschiedliche Gemeinschaftsgärten bringt uns Anja Birne in einem Kurzportrait nahe – sie sind Orte der nachbarschaftlichen Begegnung und des interkulturellen Austauschs. Bärbel Oftring beleuchtet den Garten in seiner Funktion als Lebensraum für Tiere, während Ina Sperl den Blick unter und in die Erde richtet und an diesem weitgehend unbekannten Ort so manch spannende Entdeckung macht. Eine schöne Entdeckung ist auch eine neu gezüchtete Rose, die an Anke Kuhbier erinnert, die 2018 verstorbene Mitbegründerin unserer Gartengesellschaft. Ein Garten ist aber nicht nur Lebensraum für Zierpflanzen wie die Rose, sondern auch für „Unkraut“ oder „Wildkraut“ – je nachdem, wie man es bezeichnen möchte. Diesen speziellen Pflanzen zu Leibe rückend, lädt uns Hubertus Albersmeier zu einer „Jätmeditation“ ein.

Über den Garten der Zukunft im Zeichen des Klimawandels hat sich Angelika Traub, selbst Besitzerin eines großen Gartens, ihre Gedanken gemacht. Die unbestritten notwendige, aber nicht immer unumstrittene Grünplanung in der Großstadt hat Folko Kullmann kritisch hinterfragt. Einen historischen Einblick in den Garten als Lebensraum in früheren Zeiten gibt uns Renate Hücking in ihrem Beitrag über die Gärten der Goethezeit. Literaturwissenschaftler Ludwig Fischer schließlich hat die „Natur im Sinn“ und rät dazu, dass jeder Umgang mit Pflanzen, auch der im Garten, auf der Basis von Respekt und Geduld erfolgen sollte. Unsere Präsidentin Friederike von Ehren schließlich macht uns mit dem „Michelangelo der Golfplatzarchitektur“ bekannt.

Zahlreiche großartige Fotografien von Marion Nickig lassen unser Blätterrauschen auch dieses Mal wieder zu einem sinnlichen Erlebnis werden. Und wenn wir Autorinnen und Autoren nicht gerade in unseren eigenen Gärten aktiv waren, haben wir in verschiedenen neu erschienenen oder neu aufgelegten Gartenbüchern gelesen, die wir Ihnen im Heft vorstellen.

Zu guter Letzt möchten wir uns von ganzem Herzen bei Kej Hielscher bedanken, die als „Frau der ersten Stunde“ seit Jahrzehnten unserem Blätterrauschen sein unverwechselbares Gesicht gegeben hat. Dies ist die erste Ausgabe, die wir nun ohne Dich, liebe Kej, produziert haben. Wir gönnen Dir von Herzen die neu gewonnene freie Zeit für all Deine vielen Projekte. Und wir hoffen, dass wir uns dem würdig erweisen, was Du und alle unsere Vorgängerinnen uns mit Blätterrauschen anvertraut haben!

Mit herzlichem Gartengruß,

Ihre Antje Peters-Reimann und Jonas Reif

 

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