Nach seinen Ausflügen in die Zukunft und nach Amerika bleibt blätterrauschen mit dieser  Ausgabe im Lande und widmet sich etwas sehr Naheliegendem, dem Gärtner selber. 

Muss man sich den Gärtner als einen glücklichen Menschen vorstellen? Und wenn ja, gilt dies für den Profi wie für den Hobbygärtner? Unsere Autorin Prof. Ulli Gröttrup bejaht energisch und versucht, in ihrer Hommage an das Gärtnern die Seele des Gärtners zu verstehen. Anja Birne und Folko Kullmann stellen eine Reihe von herausragenden Staudengärtnern vor und erläutern deren Beitrag für die Schönheit, Vielfalt und Ökologie von Gärten: Beispiele für best practice.

Zur Mehrung von Fachwissen tragen seit Jahren auch nationale und internationale Gärtner-Austauschprogramme bei, und wir behaupten, dass dieser Austausch angesichts des sich rasant verändernden Klimas in Zukunft noch wichtiger sein wird. In Amerika und vor allem in Asien gibt es bereits viel praktisches  Wissen über den Umgang mit der Erhitzung von Großstädten, höchste Zeit, davon zu lernen. Kej Hielschers Interview mit dem Vorsitzenden der Stiftung Internationaler Gärtneraustausch beleuchtet, wie das Projekt der Stiftung begann und verweist darauf, dass es noch viel zu tun gibt.

In die Vergangenheit zurückblickend portraitieren wir einflussreiche Gärtnerpersönlichkeiten, darunter den unvergesslichen  Gärtner Pötschke, dem ein Buchauszug gewidmet ist. Und Karl Foerster, in dessen Gärtnerei Konrad Näser als junger Mann kam, um dort unter dem strengen Regiment des 84-Jährigen unendlich viel zu lernen. Und nicht zu vergessen die Frauen, die ihren (oft steinigen) Garten-Weg gingen – ein Auszug aus der Zeitschrift Emma, die sonst nicht primär für Gartenthemen steht. Wie die Kunst den Gärtner portraitierte und wie Künstler als Gärtner aktiv waren, ist zu lesen in den historischen Betrachtungen, die Antje Peters-Reimann anstellt.

Auch dieses Mal stellen wir lesenswerte Bücher vor und empfehlen darüber hinaus einige Titel zum Thema „Gärtner“. Manche davon sind lteren Datums, aber so gut, dass sie immer wieder neu aufgelegt werden. Immer wichtiger wird auch in der Gartengesellschaft ein offener, auch kontroverser Austausch über die drängenden Fragen des Schutzes unserer natürlichen Umwelt. Blätterrauschen wird in Zukunft deshalb neue Wege beschreiten. Schon in dieser Ausgabe entfällt unser „Querbeet“. Alles, was wir dort zu sagen hatten, liest man täglich und hoch aktuell in den Medien.

„…und deshalb rate ich allen Gärtnern, jetzt durch ihre Gärten zu gehen - um sich zu notieren, was entfernt und was später gepflanzt werden sollte. Der wahre Gärtner muss brutal sein und voller 
Phantasie an die Zukunft denken.“ (Vita Sackville West) 

In diesem Sinne wünsche ich eine anregende Lektüre

Ursula Alsleben

 

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