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Cover 200 Jahr Bot Garten HH2021 feierte der Botanische Garten Hamburg sein zweihundertjähriges Bestehen in der Hansestadt. Als „Tor zur Welt“ war die Stadt von jeher eine Anlaufstelle für Forschungsreisende, die dort ihre in aller Welt zusammengestellten Pflanzensammlungen ordnen und bearbeiten lassen und weiteren Forschungen nachgehen konnten. Anders als so manch anderer botanischer Garten verdankt sich derjenige Hamburgs nicht dem akademischen Wunsch einer Universität oder dem Geheiß eines Fürsten, sondern dem Engagement der Bürgerschaft. Zunächst auf einem kleinen Gelände vor dem Dammtor errichtet, bezog der Botanische Garten etwa fünfzig Jahre nach seiner Gründung sein heutiges Gelände nördlich des Bahnhofs Klein Flottbek – nach wie vor ist er eng mit der Entwicklung Hamburgs verbunden. In dem nun erschienenen Buch „Der Botanische Garten Hamburg. 200 Jahre Gartenlust und Forschergeist“ spüren die Autoren dem Garten in Geschichte und Gegenwart nach, ermöglichen „neue Blicke auf eine altbekannte und liebgewonnene hamburgische Institution“, in der man „Schönheit, Ruhe und geistige Anregung in einem Stück Natur inmitten der Stadt“ finden kann.



Cover Edwards Pflanzenjaeger 120Was an Nutz- und Zierpflanzen in unseren Gärten wächst, ist beileibe nicht nur „heimischer“ Herkunft. Viele von ihnen gelangten einst als Beute von Pflanzenjägern und Entdeckungen im Rahmen von Forschungsreisen auf fremden Kontinenten zu uns. Die Journalistin und Gartenhistorikerin Ambra Edwards hat sich in ihrem Buch „Pflanzenjäger. Wie exotische Pflanzen in unsere Gärten kamen“ auf Spurensuche begeben: Wie fanden Gingkobaum, Bougainvillea und Rhododendren ihren Weg nach Europa und wer waren die Frauen und Männer, die sie zu uns brachten? Eine Reise zu den Kontinenten der Welt und Berichte über die oft gefährlichen, entbehrungsreichen und mitunter rücksichtslosen Pflanzenexpeditionen lässt uns in eine vergangene Zeit eintauchen, in der Dahlien, Orchideen und Co. bei uns noch seltene Exoten waren, die von europäischen Pflanzenenthusiasten begeistert willkommen geheißen wurden.



Cover Schoeberl Radieschen von untenSeit es Gärten gibt, wird darin und mit den dort wachsenden Pflanzen gemordet. Und wie bösartig man im Garten töten und wie schnell man die „Radieschen von unten“ betrachten kann, hat Rotraut Schöberl in ihrer gleichnamigen Krimisammlung so anschaulich zusammengestellt, dass es einem kalt den Rücken herunterläuft. So manche Pflanzenschönheit entpuppt sich darin als höchst giftige Gartenfreude. Da vergiftet eine vermeintlich harmlose alte Dame einen Schwerstkriminellen, der sich unter dem Deckmantel einer zu Tränen rührenden (Lügen-)Geschichte in ihrem Gartenhäuschen eingenistet hat. Wenn eine Leiche im Weg ist, wird sie kurzerhand vergraben und eine geschützte Pflanze darüber gepflanzt – Problem gelöst! Ein Kommissar unternimmt eine nicht ganz ungefährliche Recherchetour zu einer Floristin, die auf giftige Pflanzen spezialisiert ist. Ob das gut gehen kann? Oder ob doch, wie immer wieder angenommen wird, der Gärtner der Mörder war?



Cover Groeningen Sieben JahreszeitenDie promovierte Gartenhistorikerin Isabelle Van Groeningen studierte einst Gartenkultur an den Londoner Kew Botanic Gardens und gründete 2008 zusammen Gabriella Pape die Königliche Gartenakademie in Berlin-Dahlem, deren Gartenschule sie leitet. Ihr in Jahrzehnten erworbenes gartenpraktisches und gartenhistorisches Wissen hat sie nun in Buchform gegossen. Zu Recht erhielt „Die sieben Jahreszeiten. Neue Anregungen für den Garten rund ums Jahr“ einen ersten Platz bei der diesjährigen Verleihung der Deutschen Gartenbuchpreise. Der berühmte Staudenzüchter Karl Foerster ist einer derjenigen Menschen, die das Leben der Belgierin nachhaltig beeinflusst haben. Er verhalf der Gartenwelt zu wunderschönen neuen Staudenzüchtungen und erweiterte den starren Begriff der vier Jahreszeiten aus phänologischer Gärtnersicht auf sieben Jahreszeiten. Dieser Begriff stand nun Pate für den Titel des Buches van Groeningens.