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Cover Brakemeier Der Traum vom englischen Garten auf dem LandeBei der Fülle der jährlich neu erscheinenden Gartenbücher freut sich der Leser, auf einen Band zu stoßen, der die Gartenerfahrungen der Autoren sachlich und nüchtern darstellt. Der üppige Titel des Buches „Der Traum vom englischen Garten auf dem Lande. Wie aus dem Nichts ein Paradiesgarten geschaffen wurde“ ließ zunächst nicht Gutes erwarten. Umso größer die Überraschung und die Freude, als sich das Buch von Oliver Kipp und Karsten Brakemeier als unprätentiöser und erfrischend aufrichtiger Erfahrungsbericht aus der Gartenpraxis erwies, der den Büchern von Manfred Lucenz und Klaus Bender an die Seite gestellt werden kann. Die Autoren sind keine Laien, auch wenn der Klappentext

des Verlags dies ein wenig suggeriert. Kipp war Chefredakteur des Magazins GartenEden und ist seit 2013 Chefredakteur von Land und Leute, Brakemeier ist gelernter Baumschulgärtner. Auf einem etwa 10.000 m² großen Stück Land haben die beiden in Ostwestfalen ihren Garten angelegt und dabei die Freuden und Leiden solcher Neuanlagen erfahren. Sie hatten englische Gartenkultur im Kopf, aber nicht alles ließ sich so einfach verwirklichen. Über ihre Erfahrungen schreiben sie mit einer wohltuend aufgeklärten Nüchternheit, die die Erfolge, aber auch die Schwierigkeiten berücksichtigt. „Herrschaften haben einen Park. Wir haben einen Garten.“ Das bringt den Anspruch der beiden wohl am besten auf den Punkt und muss nicht erläutert werden. Aus ihren Erfahrungen ergeben sich wertvolle Hinweise für Leser, die unter ähnlichen räumlichen, klimatischen und geographischen Bedingungen gärtnern. Kipp und Brakemeier sparen nicht mit Erklärungen und mit praktischen Tipps, aber daneben hat die Fotokünstlerin Sibylle Pietrek aus Düsseldorf den Garten mit wunderbaren und ausdrucksstarken Fotos porträtiert. Ein Buch, das sich lohnt.

Oliver Kipp und Karsten Brakemeier, „Der Traum vom englischen Garten auf dem Lande. Wie aus dem Nichts ein Paradiesgarten geschaffen wurde“, DVA, 2016, 160 S.

Ursula Alsleben