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Cover Schweizer Haengende Gaerten kleinWas hat ein antikes Weltwunder, von dem man nicht einmal sicher weiß, ob es je existiert hat, mit moderner Stadtplanung zu tun? Fest steht, dass die „Hängenden Gärten von Babylon“, seitdem von ihnen berichtet wird, ein stetiger Quell sowohl von Faszination als auch von Irrtümern waren. Mit diesem Mythos, dessen möglichem Wahrheitsgehalt und seinen Auswirkungen bis hin zur Stadtplanung der Gegenwart beschäftigt sich das Buch „Die Hängenden Gärten von Babylon“ des Düsseldorfer Gartenhistorikers Stefan Schweizer. Es ist spannend zu lesen, wie die mysteriösen Gärten in Form von Texten antiker Autoren allmählich aus dem Dunkel der Geschichte „geboren“ werden und schon bald wegen ihrer eigentlichen Unmöglichkeit (der Existenz eines grünenden und blühenden Gartens in einer der heißesten Gegenden der Erde) schon bald in den Rang eines Weltwunders erhoben werden. Seit dem Mittelalter und der Renaissance gehörten die Hängenden Gärten, ob sie nun existiert haben oder nicht, fest zum literarischen Bildungskanon der europäischen Kulturgeschichte.



Cover Schaefer Stoeckert Stourhead kleinStourhead, einer der bekanntesten Landschaftsgärten Englands wurde in den Jahren von 1742 bis 1784 durch den Londoner Bankier Henry Hoare angelegt. Populär war der Garten schon in seiner Entstehungszeit und er ist es bis heute. Vordergründig betrachtet, präsentiert sich der Garten noch immer so, wie ihn sich sein Schöpfer einst gedacht hat, aber natürlich war auch diese Gartenanlage in den Jahrhunderten ihres Bestehens einem ständigen Wandel unterworfen. In der gewichtigen Studie „Der Garten zu Stourhead zwischen Präsentation und Interpretation (1742–2012)“ von Tomke Schäfer-Stöckert geht die Autorin der Entstehungsgeschichte von Stourhead sowie der historischen und kunsthistorischen Wahrnehmung der Gartenanlage detailliert nach. Sie beleuchtet zunächst die politisch-wirtschaftlich-ästhetische Gemengelage, in der ein Garten wie dieser entstehen konnte, um den Leser anschließend in die Baugeschichte dieses Gartenkunstwerks einzuführen.



Cover Gaertnern aus LeidenschaftWer leidenschaftlich gärtnert und sich mit Gartenkultur beschäftigt, der stößt früher oder später auf die Royal Horticultural Society (RHS) in Großbritannien. 1804 in London gegründet, ist sie heute einer der bedeutendsten Gartenvereine der Welt. Das Buch „Gärtnern aus Leidenschaft“ von Matthew Biggs bietet einen spannenden Blick hinter die Kulissen dieser vielseitigen Garten-Society. Nach einem Einblick in die Entstehung und Geschichte des derzeit an die 500.000 Mitglieder starken Vereins wird der Blick in die Zukunft gerichtet: Mit welchen Projekten will man künftig das Land zu „einem schöneren und grüneren Ort“ machen und das Gärtnern noch mehr in allen Schichten des Volkes verankern, als das bisher der Fall ist?



Cover Gaerten des JahresZum fünften Mal in Folge hat eine renommierte Fachjury im Februar den Preis „Gärten des Jahres“ an die kreativsten Gartenplanungen für Privatgärten im deutschsprachigen Raum verliehen. In einem üppig bebilderten Jahrbuch sind nicht nur die Preisträger, sondern auch die Einreichungen des letzten Jahres zu sehen. Anhand von aussagekräftigen Texten von Konstanze Neubauer, prachtvollen Bildern verschiedener Gartenfotografen und Orientierung bietenden Gartenplänen kann sich der Leser ein Bild machen, wohin die Trends im Bereich des gehobenen Privatgartens gehen. Eigen ist allen eingereichten Projekten, dass sie ausnahmslos Gärten eher gut betuchter Gartenkunden zeigen. Gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz etwa keine pfiffigen Gartenkonzepte für den etwas schmaleren Geldbeutel? Sei’s drum, die im Buch vereinten Lösungen sind ansprechend und meist auch kreativ. Dies gilt insbesondere für den bestplatzierten Garten des Büros „gartenplus – die gartenarchitekten“ für dessen Projekt „Atmosphäre ist alles“.