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Cover Hyland Wilson LabyrintheLabyrinthe und Irrgärten zählen seit Jahrtausenden zu den wichtigen Gestaltungselementen der Kunst- und Kulturgeschichte. Und was wären die Gärten der Renaissance und des Barocks ohne ihre in Pflanzenmaterial gegossene Einladung, sich zu verirren? In ihrem Buch „Labyrinthe“ nehmen Angus Hyland und Kendra Wilson den Leser mit auf eine illustrierte „Reise zu den berühmtesten Irrgärten der Welt“. Staunend blicken wir im portugiesischen Conimbriga auf die Fußbodenmosaike eines römischen Künstlers, der denjenigen, der das Labyrinth betritt, in die Fänge eines aus kleinsten farbigen Steinchen geschaffenen Minotaurus lockt. An Labyrinthe erinnern die Nazca-Linien in der peruanischen Wüste, die sich erst aus großer Höhe betrachtet als riesige Vögel und



Cover SissinghurstEs gibt Bücher, auf die muss man erst mit der Nase gestoßen werden. So erging es mir mit „Sissinghurst. Portrait eines Gartens.“ Nicht schon wieder Sissinghurst, habe ich wohl gedacht und das schmale Bändchen in die zweite Regalreise verbannt. Das war ein Fehler, denn die Zusammenstellung von Briefen und Tagebucheintragungen des berühmten Ehepaares Vita Sackville-West und Harold Nicolson zu lesen, ist ein vielschichtiges Vergnügen, es trifft Emotionen und regt zum Nachdenken an. Zum einen erfährt man viel über die Schöpfung des Gartens von Sissinghurst aus dem Nichts. Ein paar heruntergekommene landwirtschaftliche Gebäude zwischen Brennnesseln, mehr war da nicht, als die beiden 1930 das Anwesen kauften. Dabei wird auch deutlich wie groß der häufig unterschätzte Anteil des Hausherrn an diesem Gartenentwurf ist. Er gab dem Garten seine Struktur, plante die Gartenräume und die Sichtachsen, während



Cover Hücking Gärten der Welt

Gärtner reisen gern, insbesondere auch, um die Gärten von anderen zu besuchen. Und so schrieb die Schriftstellerin und Gartengestalterin Vita Sackville-West einst: „Wie viel man doch lernt, wenn man fremde Gärten besucht! Ich brachte von einem solchen Besuch so viele Ideen heim, daß ich mir wie ein überschäumendes Sektglas vorkam.“ Doch nicht nur Sackville-West machte sich auf, um fremde Gärten zu erkunden. Im neuen Buch von Renate Hücking kann sich der Leser mit bekannten Gartenreisenden wie den beiden Fürsten von Pückler und von Anhalt-Dessau auf Gartenreise begeben, mit Maria Sibylla Merian durch Surinam streifen oder der Frankfurter Floristin und Gärtnerin Marianne Beuchert ins ferne China folgen. In dem mit leichter Hand verfassten Büchlein begegnet man



Cover Stauffer OrchisSoviel vorab: Anselm ist das, was man auf Neudeutsch einen „Pflanzenfreak“ nennen würde. Die Leidenschaft des Botanikers gilt den Orchideen und er macht sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf nach Madagaskar, um dort die schönste Orchidee der Welt aufzuspüren. Seine Expedition gestaltet sich mehr als schwierig, aber es gelingt dem Forscher, „seiner“ Orchidee habhaft zu werden und sie per Schiff in die Heimat zu bringen. Doch auf der Seereise tritt in Anselm eine merkwürdige Wandlung ein: Mehr und mehr beschleicht ihn das Gefühl und allmählich auch die feste Überzeugung, die Orchidee würde aus seiner Schulter wachsen. Daheim angekommen, bricht sich sein „Pflanzenwahn“ vollends Bahn und er wird in eine Nervenheilanstalt eingewiesen. Eine wirre Geschichte entspinnt sich, in der ein Arzt mit allen Mitteln versucht, Anselm von seinem Orchideenwahn zu heilen.

Verena Stauffer: Orchis, Kremayr & Scheriau Verlag , Wien 2018, 254 Seiten.

 

Antje Peters-Reimann