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Wer Narzissen liebt, wird dieses Buch gerne und immer wieder zur Hand nehmen, und wer bisher nur wenig über sie wusste, wird nach der Lektüre des Buches nicht anders können, als diese Geophyten zu lieben. Kein schickes Coffee Table Book, sondern etwas für die Sinne und den Verstand.

In seinem Buch Narzissen: leuchtende Frühlingsboten, DVA, 2014, 183 S., führt Hermann Gröne mit knappen, klaren Texten in die Geschichte der Narzisse, ihre Verbreitung und ihre biologische Struktur ein, um dann systematisch und übersichtlich mehr als einhundert Formen und Arten vorzustellen. Die Kurzportraits enthalten Angaben zu Blütezeit, Blütenfarbe, Höhe der Pflanze und Blütendurchmesser, zum Jahr 

der Einführung und zum Züchter. Jedes Portrait wird abgerundet durch nützliche kommentierende Bemerkungen des Verfassers, die den Charakter und die Eigenart der Pflanze anschaulich darstellen.

Ulrike Romeis und Josef Bieker haben wunderschöne, z.T. ganzseitige Fotos all dieser herrlichen Exemplare gemacht und dazu auch noch Fotos von Gärten und Parks in Deutschland und den Niederlanden, die von Narzissen übersät sind und mit denen natürlich kaum ein Privatgarten wetteifern kann, so prächtig wie sie sind. Das ist beeindruckend und einfach schön. So sind Text und Fotos nicht nur informativ, sondern überaus hilfreich und anregend, wenn der Gärtner Lust auf Abwechslung im Frühjahrsbeet hat.

Und es ist auch hilfreich und lehrreich, bei Hermann Gröne zu lesen, wie der Gartenfreund die Narzisse behandeln soll, wie sie in die Erde legen (besser gesagt „stellen“), wie sie teilen, wie sie düngen, wie und mit welchen Pflanzen kombinieren.

Wer die Narzisse ins Haus holen will, findet nützliche Information zur Zwiebeltreiberei, zum Vasenschnitt und zum Zusammenspiel von Narzissen und ihren Artverwandten: den Schneeglöckchen, den Märzbechern und dem Ritterstern. Und wie wunderschön die weiße Trompetennarzisse ‚Mount Hood‘ mit Hyacinthus orientalis‚ ‚Madame Sophie‘ harmoniert, schaut man sich besser gleich selbst auf Seite 163 an. Und eine Hommage an die Blumenbinderin Anna Lindner findet sich auch. Sehr schön.

Und zu guter Letzt gibt es sechs Seiten mit nützlichen Adressen, damit der Leser weiß, wo er von März bis Mai all die prächtigen Narzissen ansehen kann und wo er im September die passenden Zwiebeln kaufen sollte. Wer mag, kann dies ohne weiteres in USA (daffodilusa.org), Australien (www.tasblooms.com/tdc) oder Neuseeland (daffodil.org.nz) tun. Wer es weniger aufwendig und dennoch sehr klassisch mag, bleibt in Europa und bezieht die Zwiebeln aus Deutschland, den Niederlanden, Irland  oder Großbritannien. Wunderbar.

Ulrike Romeis, Josef Bieker, Hermann Gröne, Narzissen: leuchtende Frühlingsboten, DVA, 2014, 24,99€.

Ursula Alsleben