Gartenreise zum Bodensee vom 18. bis 24. Mai 2026
Fünfundzwanzig Gartenbegeisterte machen sich aus dem Norden auf die Reise in den südlichen Zipfel Deutschlands.
Von München aus geht es zunächst per Bus nach Baden-Württemberg zum Schaugarten von Dietrich Gaißmayer, dem vielseits gepriesenen Staudenexperten. Eine junge Gärtnerin zeigt uns mit sympathischer Begeisterung die große Anlage, überall wird gearbeitet und neue Setzlinge eingetopft, da wächst einfach viel Energie. Und es empfangen uns schon Päonien und Iris in voller Pracht!

Die Landesgartenschau in Wangen im Allgäu steht am nächsten Tag auf dem Programm und überrascht uns mit ihrem nachhaltigen Konzept. Auf dem ehemaligen Gelände einer Spinnerei ist 2024 ein Park mit Wohneinheiten, einem renaturierten Fluss, einem Aussichtsberg und vielen schönen Aufenthaltsorten im Grünen entstanden. Die leitende Gartenarchitektin gibt uns die Erklärungen dazu und wir sind erstaunt über die aktuelle Zahl der freiwilligen Helfer für dieses Projekt: über 200 Begeisterte auch zwei Jahre später noch.
Der private Bauerngarten der leitenden Gartenarchitektin Elke Zimmermann bietet nochmals schöne Einblicke in diese Landschaft. Meersburg ist eine weitere Station, dort der Besuch des Fürstenhäusle, in dem die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff sich einen Rückzugsort erschaffen hatte.
Im Schweizer Kanton Thurgau konnten wir eine Irissammlung bewundern, später den Schlossgarten „Großer Hahnberg“ mit einer farbenprächtigen Rhododendron- und Azaleensammlung, der 2017 den „Bodenseegärtenpreis“ gewonnen hatte.
Nach jedem Ortswechsel kamen neue Eindrücke dazu, so auch in der Kartause Ittlingen mit einer großen historischen Rosensammlung.
Der Kontrast zur nächsten Station, dem Vitra Museum in Weil am Rhein war enorm, moderne Architektur und der 2020 von Piet Oudolfs angelegte Garten. Hier hätten wir gerne mehr Zeit zur Verfügung gehabt, doch es ging weiter zu einer Führung zum Gartenpfad Osterfingen, wo etwa 25 Bauerngärten sich in einem Straßendorf zeigten.

Ein weiteres Augenmerk war der Mia und Hermann Hesse-Garten in Gaienhofen, der heute in Privatbesitz der Familie Eberwein ist und sehr liebevoll in seinem Originalzustand erhalten wird.

Im Duft- und Würzkräuter-Schaugarten Syringa lernten wir viel über Bienen- und Insektenfreundlichkeit und wie die Samenproduktion zum Geschäft wird.
Mondän wird es in Überlingen, direkt am Bodensee gelegen, die Stadt in der auf der Landesgartenschau 2021 ein Gartenkulturpfad angelegt wurde.
Ein absoluter Höhepunkt erwartete uns am letzten Tag im Privatgarten Höllberg: auf 1,5 Hektar Land sind 70 verschiedene Arten und Sorten von Eichen, 170 Arten und Sorten von Päonien, 60 Arten von Hostas und viel mehr zu bestaunen. Dazwischen sind Skulpturen namhafter Künstler gesetzt, die die Blicke auf sich ziehen. Im Nachklapp macht uns eine Mitreisende darauf aufmerksam, dass dieser Garten in dem Buch von Christa Brand, Kathrin Hofmeister, Ein ländlicher Garten voller Kostbarkeiten, idyllisch, kunstvoll, leidenschaftlich, DVA, München, 2015 beschrieben wurde.

Es war eine wundervoll arrangierte Reise, von Karin Rogers geplant, die wir noch lange in Erinnerung behalten werden, denn der von mir meist gehörte Kommentar lautete: „hier müssen wir noch einmal herkommen!“
Karin Geese, 8.6.2026